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Deckname Condor. von John U. Brownman
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Preis E-Book:
7.99 €
Veröffentl.:
05.02.2013
ISBN:
978-3-86394-874-0 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 271 Seiten
Kategorien:
Kinder-und Jugendbuch/Action und Abenteuer/Überlebensgeschichten, Kinder-und Jugendbuch/Politik und Regierung
Kinder/Jugendliche: Gegenwartsliteratur, Kinder/Jugendliche: Action- und Abenteuergeschichten
Chile, Allende, Pinochet, New York, Edgar Allan Poe, DINA, Entführung, Geheimdokumente
10 - 99 Jahre
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Die Männer erreichen das Haus, das sie geduldig beobachtet haben. Ihre Blicke tasten sorgfältig die Umgebung ab, ehe sie sich in die Ruine wagen. Eingeschlagene oder herausgerissene Türen verweisen darauf, dass sie unbewohnt ist. Der Treppe zu den oberen Etagen fehlen mehrere Stufen.

„Das Versteck kann nur im Keller sein", flüstert Patricio Borges dem Freund zu. Er ist bemüht, über keinen der herumliegenden Steine zu stolpern. Um möglichst jedes Geräusch zu vermeiden.

Langsam schleichen die Eindringlinge weiter. Im zerfallenen Haus ist es totenstill. Der herannahende Streifenwagen ist nicht mehr zu überhören. Die Männer stutzen einen Moment. Doch sie bringen die Polizeisirene in keine Beziehung zu ihrem Vorhaben. Sie erreichen eine halb offene Eisentür, die in den Keller führt. Jack Light zögert kurz. Dann winkt er und begibt sich in das nach unten führende Dunkel.

Die Scharniere sind gut geölt. Kein Quietschen ist vernehmbar, als der Vorangehende die Tür weit öffnet. Eine nochmalige Handbewegung von Jack Light bedeutet dem Chilenen, ihm zu folgen.

Beide verschwinden ins Unbekannte. Alles erinnert an eine Höhlenexpedition ins Innere der Erde. Doch es ist damit zu rechnen, dass ihr Abenteuer weniger friedlich verläuft ...

Patricio Borges riecht es zuerst. „Jack! Vorsicht! Hier brennt es!"

Auch der Schauspieler nimmt nun den Brandgeruch wahr. „Raus, Patricio! Schnell!"

Beide machen kehrt. Sie hasten zurück. Keine Rücksicht mehr darauf nehmend, ob sie Lärm verursachen oder nicht. Hinter ihnen wird es mit einem Schlag beinahe taghell! Eine Stichflamme jagt durch den Kellergang!

Knisternde Feuerzungen werden zu unerbittlichen Verfolgern. Ist an den Wänden brennbares Material gelagert worden? In schwarzen Schwaden breitet sich beizender Rauch aus. Er führt zu Atemnot bei den Flüchtenden. Aber gleich haben sie den ins Freie führenden Ausgang erreicht!

Jack Light stützt den hinkenden Freund. Er reißt Borges in den Erdgeschossflur und wirft die Eisentür hinter ihm zu. Den Flammen ist der weitere Weg versperrt.

Schwer atmend und von Hustenanfällen geschüttelt lehnen die Männer an der Wand. Sie sehen sich an. Wissen nicht genau, was sie von all dem halten sollen.

„Ob Gonzales Gomez noch da drin ist?" Borges ringt nach Luft.

„Du meinst, dass sie auf diese Weise einen unbequemen Zeugen beseitigen wollen?" Ebenso keuchend hakt Jack Light nach. „Denkbar wäre es. Oder?"

„Schon, nur ..."

„Oder war die Falle für uns gedacht?!"

„Dann müssten sie gewusst haben, dass wir ihnen gefolgt sind?", bezweifelt Johns Vater.

Noch bevor der Chilene dem anderen zustimmen oder widersprechen kann, dröhnt eine Lautsprecherstimme:

„Hier spricht die Polizei! Herauskommen! Mit erhobenen Händen! Waffen wegwerfen! Ich wiederhole: Hier spricht die Polizei!"

Schrecken und Staunen zugleich malen sich in den Gesichtern der Freunde. Sie erblicken auf der Straße zwei Streifenwagen. Dahinter haben sich Uniformierte postiert. Die Citypolizisten zielen mit ihren Revolvern auf den Hauseingang. Etwas abseits steht einer der Beamten mit dem Megafon. Seine wiederholte Aufforderung hallt wider an den Häuserwänden.

Das Feuer im Keller lässt die Eisentür rot glühen bis zum Bersten. Es gibt keinen Ausweg für Jack Light und Patricio Borges. Sie müssen auf die Straße hinaus. Sich der Polizei stellen.

 

Deckname Condor. von John U. Brownman: TextAuszug