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Brücke, Boot und Bienenhaus. Ein Ferienerlebnis von Gerhard Dallmann
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Preis E-Book:
7.99 €
Veröffentl.:
11.08.2014
ISBN:
978-3-95655-017-1 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 308 Seiten
Kategorien:
Kinder-und Jugendbuch/Action und Abenteuer/Allgemein, Kinder-und Jugendbuch/Krimis und Detektivgeschichten, Kinder-und Jugendbuch/Religiös/Christlich/Freundschaft, Kinder-und Jugendbuch/Soziale Fragen/Freundschaft
Kinder/Jugendliche: Action- und Abenteuergeschichten, Kinder/Jugendliche: Krimis, Kinder/Jugendliche: Liebesromane, Freundschaftsromane, Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen. Freunde und Freundschaft, Kinder/Jugendliche: Religiöse Romane, Bezug zu Christen und christlichen Gruppen
Karniner Brücke, Wolgast, Einbrecher, Kircheraub, Segelboot, Bootsunglück, Leuchtturm
10 - 99 Jahre
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„Sie stehn vor dem Altar - sie fassen die Leuchter an - einer erklärt was oder so.“

„Vielleicht sind das Kunstschmiede?“

„Quatsch. Das sind Banditen. Sonst hätten sie die Kirchentür nicht aufgebrochen.“

„Stimmt auch.“

„Jetzt verschwinden sie, rechts gehn sie in eine Kammer ...“

„Sakristei.“

„Ja. Jetzt sind sie drin. Komm!“

Ein Husch, ein paar Sprünge in den Kirchenraum und weggeduckt. Sind sie in eine Falle geraten? Schutz hinter den Bänken hätten sie im Augenblick genug. Aber nur gegen den Blick von vorn, nicht von der Seite. Würde man sie hier aufstöbern, als heimliche Lauscher, als Spione - sie hätten unter Garantie mörderische Dresche zu erwarten.

Da fiel Eckart ein Tisch ins Auge, ein Tisch mit einer großen Decke, die an den Seiten weit herabhing. Darauf lagen Gesangbücher und Zeitschriften.

„Runter da!“ Ein Wink, ein Satz, schon hockten die beiden darunter. Und das war wieder höchste Zeit, denn die Kerls hatten sich in der Sakristei nur kurz aufgehalten. Sie kehrten zurück.

„Kopf weg“, wisperte Eckart.

Jetzt nur noch die Ohren zum Hören gebrauchen.

Platz hatten die zwei so gut wie gar nicht. Fest aneinanderpressen mussten sie sich. Wie jeder für sich seine Beine unter sich sammelte, wussten sie selber nicht. Lange würden sie in dieser Stellung jedenfalls nicht aushalten können.

Aber sie ahnten wohl, in welche Gefahr sie sich begeben hatten, und Katharina flüsterte nicht zu Unrecht: „Beschützt du mich, wenn sie mich abmurksen?“

„Ja“, hauchte er.

„Danke!“

Jetzt kamen sie herangeschlurrt. Ihr lässiger Gang, das Knirschen der Sohlen auf steinigem Boden machten ein Verstehen ihres Geraunes unmöglich. Als sie aber ihren Schritt verhielten, um die allerletzten Vereinbarungen zu wiederholen, kamen die beiden Lauscher doch auf ihre Kosten. Vor dem Tisch waren sie stehengeblieben, eine Armeslänge vor Eckarts Hand, die, auf den Boden gedrückt, ihnen leicht die Senkel der Schuhe hätten lösen können. Katharina hatte mit voller Absicht ihre Augen geschlossen, in der Meinung, nur so diese Stunde überleben zu können. Sie musste sich einfach vor sich selbst verstecken und tun, als gäbe es sie gar nicht mehr.

Eckart dagegen hatte sich fest im Griff. Ja, er würde Katharina beschützen - notfalls unter Einsatz seines ganzen Lebens, wenn man sie abmurksen wollte. Jawohl!

Doch konnte er solchen Gedanken keinen Raum geben, denn was er jetzt vernahm, war ungeheuer aufregend und ließ ihn vor Freude erschauern. Ihr Misstrauen, ihr Verdacht wurde mehr als bestätigt.

„Ich fasse also zusammen“, sagte eine tiefe, bärbeißige Stimme. „Sonntag haben die ihre Kirchenfeier hier. Da muss noch alles unberührt sein, verstanden? Aber danach.“

„Ja“, antwortete eine helle, heisere Stimme.

„In der Nacht zum Montag, wie gesagt, muss die Qualle klar zum Auslaufen sein. Dafür sorgst du. Den Altarkram und den anderen Klimbim aus dem kleinen Raum da, den stecken wir in die Beutel. Du sorgst für Proviant, ich sichere mir die Käufer in Stralsund. Den Proviant bringst du auf die Qualle, aber lass dich nicht kaschen. Noch was?“

„Nee, geht klar.“

„Komm raus. Wir müssen die Tür wieder sauber zukriegen, die dürfen nichts merken. Die Sache läuft.“

Damit schlurften sie los.

„Mannomann!“, rief Katharina, als sie sich wieder allein wussten. „Das ist ein Ding.“

Mühsam befreiten sie sich aus ihrem Konservendosendasein, massierten und schüttelten die Glieder und sahen sich an. Katharina hatte hochrote Flecken im Gesicht. Sie pustete sich über die erhitzte Stirn.

„Jetzt heißt es handeln, Fratz.“

„Wir sind aber eingeschlossen!“

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