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Kein Prozess gegen Ernst Thälmann - EDITION digital erinnert zum 5. Todestag am 22. September an Walter Baumert

GODERN bei Schwerin – Zu den bleibenden Werken des Schriftstellers und Fernsehautors Walter Baumert, an dessen 5. Todestag am 22. September dieses Jahres EDITION digital erinnert, gehört das 1985 veröffentlichte Buch nach dem bereits 1981 entstandenen Fernsehfilm „Das Ermittlungsverfahren“. Darin setzt sich Baumert mit den Vorbereitungen des am 3. März 1933 verhafteten KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann auf einen ursprünglich von den Nazis geplanten Hochverratsprozess auseinander. Trotz strenger Isolationshaft blieb Thälmann standhaft und siegesgewiss. Und offenbar aus Angst vor einer Niederlage gegen den Führer der deutschen Kommunisten verzichten die Nazis schließlich auf diese von Hitler persönlich gewünschte öffentliche Auseinandersetzung. Ein weiterer Höhepunkt des literarischen Schaffens von Walter Baumert war zweifellos der 1981 parallel in der DDR und in der Bundesrepublik allerdings unter verschiedenen Titeln erschienene große Entwicklungsroman über den revolutionär-demokratischen Aufbruch des jungen Friedrich Engels - „Schau auf die Erde“ (DDR) beziehungsweise „Der Flug des Falken“ (BRD), mit dem sein Verfasser den internationalen Durchbruch als Romancier schaffte. Die Gesamtauflage aller Ausgaben und fremdsprachigen Adaptionen dieses Buches erreichte eine Viertelmillion Exemplare. Während dieser Roman in der Sowjetunion als Beitrag zur Perestroika enthusiastische Aufnahme fand, zogen es die DDR-Medien damals auf höheren Wink hin vor, diesen deutlich antiautoritären Schlüsselroman „aus jugendpolitischen Gründen“ zu verschweigen. Neben dem „Ermittlungsverfahren“ und dem mehrteiligen Friedrich-Engels-Roman liegen bei EDITION digital auch die Georg-Weerth-Biografie „Und wen der Teufel nicht peinigt“ von 1975 sowie ein 2012 als Eigenproduktion veröffentlichter Band mit Gedichten aus fünf Jahrzehnten (1945 – 1995) vor. Die E-Books mit Titeln von Walter Baumert sind unter edition-digital.de sowie im Online-Buchhandel zu haben.

Walter Baumert, der aus einer preußischen Beamtenfamilie stammte, war am 19. Februar 1929 in Erfurt geboren worden. Nachdem er sich als 16-jähriger Gymnasiast freiwillig zum Volkssturm gemeldet hatte, geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft und brach nach den Enthüllungen der Nürnberger Prozesse mit seiner bürgerlichen Welt. Um Architekt zu werden, absolvierte er eine Maurerlehre, studierte dann jedoch von 1952 bis 1958 Philosophie und wurde danach Mitarbeiter des DDR-Fernsehens, wo er 1959 mit „Die grüne Mappe“ seine Laufbahn als Fernsehautor begann. Es folgten 20 erfolgreiche Fernsehspiele und Spielfilme, in denen er Grundkonflikte zwischen dem hohen moralischem Anspruch und dem praktizierten Opportunismus in der DDR thematisierte. Baumert, der 1959 und 1961 mit dem Literaturpreis des FDGB, 1960 mit der Erich- Weinert-Medaille und dem Kunstpreis der FDJ sowie 1961 mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis des DDR-Kulturministers, 1981 in Plowdiw für „Das Ermittlungsverfahren“ mit dem Hauptpreis der INTERVISION sowie 1981, 1982, 1983 und 1987 mit dem Kunstpreis des FDGB ausgezeichnet wurde, starb am 22. September 2016 in Berlin.

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