Ein prägender Autor utopischer Romane der DDR - EDITION digital erinnert zum 35. Todestag an Günther Krupkat
GODERN bei Schwerin Er war einer der prägenden Autoren utopischer Romane in der DDR der Schriftsteller Günther Krupkat, der am 14. April 1990 in Berlin gestorben ist. Zu seinen viel gelesenen und immer noch bekanntesten Werken gehören Als die Götter starben aus dem Jahre 1963 und Nabou von 1968. In Als die Götter starben geht es um die misslungene Kontaktaufnahme von Außerirdischen mit der Menschheit der grauen Vorzeit. In Nabou, der Fortsetzung, erzählt der Autor von einer Gruppe weltweit anerkannter Wissenschaftler, die sich im Libanon versammelt haben, um an Bord des Forschungs-U-Bootes Sindhbad zehntausend Meter unter dem Grund des Mittelmeeres nach Bodenschätzen zu suchen. Angeführt wird die Unternehmung von dem exzentrischen Nabou Tebar, einem unnahbaren, menschenscheuen Allroundtalent. Und gleich zu Beginn der Reise verliebt er sich in die Ingenieurin und Baalbek-Expertin Yamina Farah. Aber ist Nabou überhaupt ein Mensch? Beide Romane markieren Höhepunkte in der Science Fiction-Literatur der DDR und gehören zu den acht Angeboten von EDITION digital mit Büchern von Günther Krupkat. Daneben stehen das Debüt Die Unsichtbaren (1956), der Titanic-Roman Das Schiff der Verlorenen (1957), der Kriminalroman Das Gesicht (1958) und der Zukunftsroman Die große Grenze (1960). Zudem präsentiert EDITION digital Erzählungen des Autors aus den Jahren 1957 bis 1975, so die Wissenschaftlich-fantastische Erzählung Nordlicht über Palmen und den Band Bazillus phantastikus mit Utopischen Erzählungen aus verschiedenen Anthologien. Alle E-Books sind unter edition-digital.de sowie im Online-Buchhandel zu haben.
Günther Krupkat wurde am 5. Juli 1905 in Berlin geboren. Sein Leben wurde durch die Folgen der Inflation beeinflusst. So musste er sein Ingenieurstudium aus Geldmangel vorzeitig aufgeben und arbeitete vor dem Zweiten Weltkrieg unter anderem als Monteur für Hochspannungstechnik, aber auch als Journalist. Gleichzeitig schrieb er mit Erfolg Kurzgeschichten. Seine ersten Romane dagegen wurden abgelehnt, weil er sich weigerte, deren sozialkritische Aussage nach den Wünschen der Verlage zu verändern. Dazu gehörte auch sein erster, mit 19 Jahren geschriebener utopischer Roman, zu dem er durch Aëlita von Alexei Nikolajewitsch Tolstoi (1882/1883 bis 1945) angeregt worden war. Jahrelang war er beim Funk als Leiter der Pressepropaganda tätig, bis die Faschisten den kommunistischen Betriebsratsvorsitzenden aus dem Amt drängten. Günther Krupkat war am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt und flüchtete in die Tschechoslowakei. Nach Kriegsende war er zunächst stellvertretender Pressechef im Berliner Polizeipräsidium, danach Chefredakteur einer Zeitschrift für den demokratischen Staatsaufbau. In der DDR konnte er auch sein Ingenieurstudium beenden. Ab 1995 war er freiberuflich tätig. Durch seine in rascher Folge erscheinenden Erzählungen, Schauspiele, Fernsehspiele und Romane wurde er einem großen Leserkreis bekannt. Im Schriftstellerverband der DDR war er von 1972 bis 1978 Vorsitzender des auf seine Initiative gegründeten Arbeitskreises Utopische Literatur. Sein Nachfolger auf diesem Posten war Heiner Rank. 1985 wurde Günther Krupkat mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet.
Titelbilder können Sie hier herunterladen