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Eine Insel der Utopie - EDITION digital gratuliert Lonny Neumann zum 90. Geburtstag

 

GODERN bei Schwerin – Wenn Lonny Neumann, die am 27. Juni 2024 ihren 90. Geburtstag feiern kann, auf ihr langes Leben zurückblickt, dann gehört dazu auch eine Zeit, in der sie auf einer Insel der Utopie gelebt hat. Das war in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre, als sie als junge Lehrerin in der Internatsoberschule Seewalde im Kreis Neustrelitz gearbeitet hat. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Berliner Humboldt-Universität wurden dort neue Unterrichtsmethoden und eine besondere Form der Begabtenförderung ausprobiert. Es entstand eine Eliteschule. Für Lonny Neumann war es zugleich eine Insel der Utopie, wo sie von einer glücklichen Zukunft der Menschen und einer neuen Gesellschaftsordnung träumen konnte. Aber dieses Experiment scheiterte, vorgeblich vor allem aus ökonomischen Gründen. Als die Eliteschule in eine Kindergärtnerinnenschule umgewandelt wurde, verließ Neuman die Einrichtung und blieb zunächst Hausfrau. Die Zeit in Seewalde darf dennoch als der Beginn ihrer Existenz als Schriftstellerin verstanden werden, denn dort schrieb sie erste Texte: Erzählungen, Porträts und Reportagen wurden in der Neuen Deutschen Literatur (NDL), in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht. Zwischen 1974 und 1977 studierte sie am Leipziger Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ und zog 1980 nach Potsdam, wo sie noch heute lebt und schreibt. Ihr Lebensabschnitt in Seewalde ist der Hintergrund für „Aus Jahr und Tag. Wie Hanna Nein sagen lernte“, die 2016 als Eigenproduktion von EDITION digital herausgekommen war. Hier heißt Seewald Grünwalde. Bei EDITION digital liegen drei Bücher von Lonny Neumann vor: 2014 hatte EDITION digital die Autobiografische Erzählung „Grüne Glasscherben – Eine Kindheit im Norden. Lebenslinien 1934 – 1952“ veröffentlicht. 1980 und 1984 waren „Tina entdeckt das Meer“ und „Hexen gibt es nicht“ als Band 143 und als Band 169 der bekannten und beliebten Reihe „Kleine Trompeterbücher“ im Kinderbuchverlag Berlin erschienen, die beide 2012 in einem E-Book zusammengefasst wurden. Die drei E-Books sind unter edition-digital.de sowie im Online-Buchhandel zu haben.

Lonny Neumann wurde am 27. Juni 1934 in Prenzlau geboren und wuchs in Strasburg (Uckermark) bei den Großeltern in kleinen Verhältnissen auf. Dort besuchte sie die Volks- und Mittelschule und von 1948 bis 1952 die Oberschule in Prenzlau. Von 1952 bis 1954 studierte sie am Institut für Lehrerbildung in Frankfurt (Oder) und in Potsdam und absolvierte ein Fernstudium für das Fach Deutsch. Danach arbeitete sie als Lehrerin in Potsdam, ein Jahr am Zentralinstitut für Bibliothekswesen und von 1965 bis 1970 in Seewalde. Nach ihrem Literaturstudium in Leipzig und ihrem Umzug nach Potsdam war sie von 1992 bis 1994 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Potsdam tätig. Sie arbeitete an einem Symposium für den zweimal in seiner Stadt verfemten Dichter Hermann Kasack (1896 bis 1966) und erstellte eine Konzeption für die Ausstellung über dessen Leben und Werk. 1995 studierte sie als Gast an der Ausländeruniversität Perugia und erhielt 1999 und 2004 das Wiepersdorf-Stipendium des Landes Brandenburg. Lonny Neumann hat drei erwachsene Kinder und sechs Enkel.

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DDR-Autoren: Presse 20.06.2024 - Eine Insel der Utopie