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Entscheidung in der Schlangenbucht von Hildegard und Siegfried Schumacher
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Preis E-Book:
6.99 €
Veröffentl.:
03.01.2015
ISBN:
978-3-95655-223-6 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 192 Seiten
Kategorien:
Kinder-und Jugendbuch/Jungen und Männer, Kinder-und Jugendbuch/Sport und Freizeit/Football, Kinder-und Jugendbuch/Soziale Fragen/Freundschaft, Kinder-und Jugendbuch/Soziale Fragen/Gruppendruck, Kinder-und Jugendbuch/Soziale Fragen/Werte und Tugenden, Kinder-und Jugendbuch/Leser/Mittleres Niveau
Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen. Freunde und Freundschaft, Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen: Mobbing, Gewalt, Missbrauch und Gruppenzwang, Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen, Kinder/Jugendliche: Sportromane
Ehrlichkeit, Diebstahl, Fußball, Freundschaft, Mut
10 - 99 Jahre
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Hauruck landet hinter Hechter auf der lockeren Erde zwischen den Dahlienbüschen des Vorgartens. Bis an den Hals reichen sie ihnen.

„Kommt bald wieder, der Weg ist frei!“, ruft Feger leise, grinst breit über sein Turbangesicht und verschwindet wie weggeblasen.

Hauruck drückt den Grauen fest an sich. Wo soll er ihn jetzt verstecken? Wo ist der Ort, der seine Sicherheit garantiert?

Hechter tritt als erster aus dem Blumenbeet.

„Hallo, ihr da! Kommt doch mal her!“

Der Vater! Automatisch lässt Hauruck den Arm mit dem Ball sinken und streckt die Finger dem Erdboden entgegen, dass der Graue weich hinuntergleitet. Hauruck fühlt ihn dicht neben seinem rechten Fuß und schummelt das Leder vorsichtig unter das dichte grüne Dahlienlaub.

„Kommt schon!“

Langsam setzen sich Hauruck und Hechter in Bewegung.

„Wollt ihr Fallschirmspringer werden? Eine Art Vorübung, ja? Später vom Dach mit Regenschirm?“ Hauruck wagt einen kurzen Blick in Vaters Augen. Lachfünkchen glimmen darin. Vom Grauen hat er also nichts mitbekommen. Dann würde er anders fragen. Es hört sich an, als wolle er sie verkohlen. „Wir ... wir ... haben Feger ... besucht“, quetscht Hauruck hervor. Vater nickt verständnisvoll. „Aha, und auf dem bequemsten Weg. Immer durchs Fenster, nicht wahr?“

„Nein, Herr Stein, nur raus“, sagt Hechter.

„Als Notausgang? Wart ihr heimlich da?“

Hechter nickt.

„Warum habt ihr Herrn Wühle nicht gefragt?“

„Aber, Vati, du kennst doch Onkel Wühle! Wegen Feger hat er sich so be... be... besonders.“

„Dann hattet ihr wohl keine andere Wahl“, sagt Vater friedlich. „Aber in Zukunft wird das Fenster nicht als Tür benutzt. Verstanden?“

„In Ordnung“, antwortet Hauruck schnell. Hechter schubst ihn mit dem Ellbogen an. Noch mal gut ausgegangen, signalisiert er.

„Na, ihr Flieger?“

Hauruck fährt herum. Bärbel, Petra und Häschen!

„Wie ihr durch Fegers Fenster geflogen kamt!“ Häschen kichert. „Wie Gummibälle, die einer rausgeworfen hat!“ Sie kann gar nicht aufhören zu lachen.

Hauruck ist beruhigt. Nein, niemand hat etwas vom Grauen gesehen.

Um die Hausecke schallen die Stimmen von Papa Wühle, Eddi und Rosi. Die Mädchen drängen durch die Hoftür. Bestimmt sind sie neugierig, ob der Besuch bei Feger bemerkt worden ist. Vater folgt ihnen.

Hechter stößt Hauruck an. „Hinterher!“, flüstert er. „Wenn die uns sehen, denken sie, wir kommen alle aus dem Dorf. Das beste Alibi!“

Kaum sind sie auf dem Hof, verstummt Papa. Seine Hände, die gerade die Ausmaße der Riesenschachtel Konfekt zeigen wollen, sinken herab. „Habt ihr die Hühner herausgelassen?“, fragt er drohend und tritt auf Hauruck zu. „Seid doch vorher auf dem Hof herumgestromert! Bernhard“, wendet er sich an Vater, „alle sind ausgebrochen. Und ich konnt mich abjagen, bis ich sie wieder eingefangen hatte.“

Der Vater wirft einen scharfen Blick auf Hauruck. Ihm braust sofort das Blut in den Ohren. Wie ein Feuermelder wird er leuchten. Schnell sucht er Deckung hinter den Mädchen.

 

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