Ein Reich taumelt seinem Ende entgegen und niemand will die Verantwortung tragen.
In Der Kaiser ging, die Generäle blieben zeichnet Theodor Plievier ein erschütterndes Panorama der letzten Wochen des Ersten Weltkriegs: Frontsoldaten, die unter Panzern zermalmt werden. Generäle, die noch an Soldatenglück glauben. Politiker, die zwischen Revolution, Hunger und Waffenstillstand lavieren. Und ein Kaiser, der zögert.
Mit dokumentarischer Wucht und literarischer Präzision zeigt Plievier das Zerbrechen eines Systems von den Schützengräben, dem Aufstand der Kieler Matrosen bis in die Ministerien Berlins. Während an der Front das Massensterben weitergeht, ringen im Reichstag Militärs, Monarchisten und Sozialdemokraten um Macht, Schuld und Zukunft. Der Krieg ist verloren doch wer hat den Mut, es auszusprechen?
Dieses 1932 erstmals erschienene Werk ist mehr als ein historischer Roman über die Novemberrevolution 1918: Es ist eine beklemmend aktuelle Analyse von Macht, Verantwortung und politischer Selbsttäuschung. Plieviers eindringliche Sprache macht Geschichte unmittelbar erfahrbar roh, schonungslos und erschütternd menschlich.
Ein Klassiker der Antikriegsliteratur neu zu entdecken für Leserinnen und Leser von heute.